BRECHT-HAUS-LECTURES Die Auslöschung. Politik des Todes in Brechts Lehrstücken
Eine zentrale Frage des Politischen in der Moderne ist die nach der Notwendigkeit und dem Recht, für politische Ziele zu töten. In Brechts Lehrstücken geht es immer wieder neu ums Töten oder Sterben-Lassen als ultimative politische Geste. Oft ist behauptet worden, dass Brecht die Notwendigkeit des Tötens in den dreißiger Jahren befürwortete. These des Vortrags ist, Brechts Ästhetik der Verschärfung als radikales Ausloten einer Crux zu verstehen, die im Zentrum radikaler Politik der Moderne gestanden hat. Die Frage ist: Lässt sich diese Auffassung des Politischen noch an heutige Debatten und Probleme anschließen? Oder ist Brecht der Vertreter einer „heroischen Moderne“, die wir heute restlos hinter uns gelassen haben?
Eine Veranstaltung des Literaturforums im Brecht-Haus in Zusammenarbeit mit der International Brecht Society und dem Bertolt-Brecht-Archiv